Mama & Baby

VEGAN BABY SPECIAL | Geburt + Wochenbett

Schwupps da waren sie um die ersten 12 Wochen in denen ich nun in meiner neuen Rolle als Mama durchs Leben kugle. Jetzt wo mein Mann gerade unseren Kleinen auf seiner Brust liegen hat und sich das Chaos in meinem Kopf langsam lichtet, komme ich endlich dazu diese Zeilen zu tippen. Wie war sie denn nun, die Geburt? Und die erste Zeit danach? Ist es so wie alle sagen? Oder doch ganz anders? Aber alles schön der Reihe nach.

Die Geburt

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.

Ich habe ja wie ihr wisst einige Dinge getan,  um mich gut mental und physisch auf die Geburt vorzubereiten. Tja und wenn er dann nicht und nicht schlüpfen will der kleine Kerl, dann wird man trotz aller Nonchalance so langsam ungeduldig. Mit einer wunderbaren Wahlhebamme an der Seite und einem Krankenhaus*, das sehr entspannt mit der Überschreitung des Geburtstermins umging, ließen sich die Tage bis es dann so weit war aber doch irgendwie halbwegs beruhigt verbringen. Da sich aber am 12. Tag nach dem errechneten Geburtstermin trotz täglichen Schnellschrittspaziergehens, Bauchkreisungstanzeinlagen zu Destiny’s Child und J. Lo, Globuli, Bauchmassagen, Nelkenzäpfchen und was weiß der Himmel alles noch immer keine Anzeichen der Schlüpfung auftaten, entschieden wir uns für einen sanften Einleitungsversuch in Absprache mit unserer Hebamme. Hier wird mittels auf den Gebärmutterhals aufgetragenenen Gels die Geburt versucht anzustupsen und der Körper übernimmt dann im Idealfall. Wir konnten zum Glück die gesamte Zeit bereits im Kreißsaal verbringen und so haben wir uns dort gleich eingerichtet wie im Hotel. Es wären aber nicht mein Mann und ich, wenn wir nach der ersten Dosis verabreichten Gels nicht noch zum gegenüberliegenden Supermarkt gegangen wären, um Snacks zu kaufen. Man könnte ja verhungern. Wir krümmen uns jetzt noch vor Lachen, wenn wir daran zurückdenken wie ich abwartend, dass die Wehen einsetzen, am Geburtsbett chillend Mannerschnitten gegessen habe. Einige Stunden später wurde es dann schon etwas ungemütlicher, denn ich habe glücklicherweise sehr gut auf die sanfte Einleitung angesprochen und die Wehen setzten ein. Einige Stunden später hatte ich es geschafft und da lag er plötzlich in meinen Armen eingehüllt im roten, vorgewärmten Handtuch  – unser kleine Bub.

Wie ihr wisst halte ich nicht so viel von Geburtsberichten anderer, so habe ich auch beschlossen die Details der Geburt unseres Buben für uns zu behalten. So viel habe ich aber gelernt: alle meine vorbereitenden Maßnahmen haben mir auf irgendeine Weise etwas gebracht. Bis auf 2 Stunden die ich lieber nicht mehr so schnell erleben möchte, habe ich mir die Geburt vom Gefühl her nämlich ziemlich genau so vorgestellt. Vor den Dingen vor denen ich mich gefürchtet habe (Hallo Übergangsphase und Geburtseinleitung), gab es für mich im Endeffekt gar keinen Grund zur Furcht. Es waren nämlich genau andere Situationen die ich nicht habe kommen sehen und die es für mich bzw. uns zu meistern gab. Mit meinem wunderbaren Mann an meiner Seite und unserer grandiosen Wahlhebamme für deren Unterstützung ich so unendlich dankbar bin, habe ich es dann plötzlich bewältigt. Dieses unfassbar große Ereignis. Was das mit seinem Selbstbewusstsein anstellt, wenn man die Geburt seines Kindes geschafft hat ist wirklich unglaublich. Wie überglücklich wir waren, dass unser Babybub gesund auf die Welt gekommen ist. Ich bin so dankbar und stolz, eine bis zum Schluss unkomplizierte Schwangerschaft und eine natürliche Geburt erlebt haben zu dürfen. Es ist wirklich ein gewaltiges Erlebnis, das ich nie wieder vergessen werde. Oh nein, man vergisst die Geburt nicht sofort wieder.

Das Wochenbett

Es wird nicht nur ein Kind geboren, sondern auch eine Mama.

Nachdem ich unbedingt ambulant entbinden und nicht im Krankenhaus bleiben wollte, ging für uns bereits am gleichen Abend der Weg zu dritt nach Hause. Wir wollten unsere ersten Tage als Familie unbedingt gemeinsam erleben, uns direkt zu Hause erholen und einleben. Auf das vorweihnachtliche Einkuscheln und tagelang im Pyjama herumlungern hatte ich mich schon so gefreut. Und dann kam irgendwie alles anders als erwartet. Ganz offen und ehrlich möchte ich sagen – die Wochenbettzeit war richtig hart für mich. Ich hatte komplett andere Erwartungen, denn ich dachte ich würde es so genießen mich die ersten 6-8 Wochen zu Hause einzumurmeln und mich voll ins Mamadasein zu stürzen. Mein Körper schmerzte, meine Gesichts“farbe“ glich tagelang der eines Vampirs und die erste Woche konnte ich nicht schmerzfrei sitzen, sodass ich diese liegend im Schlafzimmerbett verbringen musste. Stillen konnte ich (wenn man die erste Zeit überhaupt schon von „können“ sprechen kann) aber anfangs wiederum nur im Sitzen. Ein schmerzvolles Trauerspiel. Mein Gehirn fühlte sich an wie Matsch. Irgendwie war die Zeit vor der Geburt und die Erinnerung an mein Leben davor so verblasst, als hätte ich mir alles nur eingebildet. Und dann war da dieses klitzekleine Menschlein, das sich selbst ebenso wenig auskannte was das alles hier soll wie wir. Auf einen Schlag muss man sich so viel Neues aneignen, dass man von einem kalten Wasser direkt ins nächste springt. Abschließend kann ich sagen, kein Buch, kein Film, keine Erzählung kann einen darauf vorbereiten wie sich diese erste Zeit direkt nach der Geburt seines Kindes anfühlt. Man glaubt man sei vorbereitet, aber man ist es nicht. Da schimpft und heult man, nur um wenige Sekunden später wieder mal Tränen über den unglaublich erwachsen klingenden Furz des Kindes zu lachen (es amüsiert mich wirklich jedes Mal!). Man geht stolz mit Baby und Oma eine erste Runde spazieren, während zu Hause die Flamme am Gasherd weiter fröhlich vor sich hinflackert. Man bemerkt 20 Minuten nach seinem Essen die eingetrockneten Sobanudeln am Kindskopf, obwohl man sich vorhin noch stolz auf die Schulter geklopft hat mit Kind in der Trage problemlos Suppe essen zu können. Stillen funktioniert plötzlich an den wildesten Orten wie einem herrenlosen Rollstuhl oder bei Eiseswind auf einer Parkbank mitten im Wiener Prater. Und man weiß ein frisch überzogenes Bett wirklich, wirklich zu schätzen, wenn man sich am Vorabend ins angepinkelte Leintuch legt, weil man zu faul und zu müde zum überziehen ist. Was soll’s. Ist ja ph-neutral, manche cremen sich damit ein.

Menschen mit einem hohen Anspruch an sich selbst, einem Listen-Tick und Hang zum Perfektionismus so wie mich, trifft es vielleicht auch deshalb am Anfang so hart, denn diese Dinge kann man alle knicken. Aber man funktioniert und die Versorgung seines kleinen Wunders schafft man irgendwie instinktiv. Man lernt mit einem Baby ganz genau was es heißt im Hier und Jetzt zu leben. Es gibt wirklich keine bessere Achtsamkeitsübung als diese hier. So verzweifelt wie ich in manchen Situationen anfänglich war, so viel herzhaft lache ich mit und über unseren süßen Sonnenschein.

Nun 12 Wochen später bin ich nun auch mental immer mehr in meiner neuen Mamarolle angekommen. Dankbar bin ich für die vielen lieben Menschen und Mamas die mir Mut zugesprochen und „alles wird besser und einfacher“ geschrieben haben. Wie es eine liebe Leserin von ihrer Hebamme mit auf den Weg bekommen hat, trifft es so schön: „Es wird nicht nur ein Kind geboren, sondern auch eine Mama.“ Und natürlich auch ein Papa. Stück für Stück ordnen mein Mann und ich unser Leben nun neu zu dritt, schaffen uns gegenseitig die Freiräume die der andere für sich braucht und spielen uns als kleine Familie von Tag zu Tag immer besser ein. Für mich ist und war es immer sehr wichtig mich selbst nie zu verlieren, weder in der Partnerschaft noch jetzt als Mama. Tja und so schminke ich mich nun mit Baby umgebunden in der Trage oder fülle mir die Badewanne nach der sonntäglichen gemeinsamen Babyschwimmrunde weiter mit heißem Wasser auf, versenke eine Lush Badebombe darin und lese für eine halbe Stunde in meinem Magazin während mein Mann den kleinen Bub trockenföhnt. Wie heisst es so schön: Happy Mom, Happy Baby!

*) Ich habe im St. Josef Krankenhaus in Wien entbunden. Dort ist man sehr auf natürliche Geburten bedacht, die Betreuung auch während der Schwangerschaft wirklich toll, ermöglicht ambulante Geburten und nicht ganz unwichtig – es gibt ausgezeichnetes, veganes Essen.

Translation:

Our baby boy is here! Here’s what I have experienced in the first 12 weeks as a mama.

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