Lavera | ♥

Auf der Website von lavera konnte ich folgendes Statement zur aktuellen Tierversuchspolicy finden:

lavera und Tierschutz
lavera führt weder beim fertigen Produkt noch bei den Rohstoffen Tierversuche durch, noch geben wir welche in Auftrag.

Als Hersteller zertifizierter Naturkosmetik versteht es sich von selbst, dass Tierversuche nicht mit unserer Einstellung und Unternehmensphilosophie vereinbar sind.

Darüber hinaus verwendet lavera in seinen Produkten auch keine Rohstoffe toter Wirbeltiere (z.B. Walrat, Schildkrötenöl, Nerzöl, Murmeltierfett, tierische Fette, tierisches Collagen und Frischzellen).

Wir halten uns an die strengen Richtlinien für kontrollierte Bio- und Naturkosmetik des internationalen Standards NaTrue bzw. des Bundesverbandes deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel e.V. (BDIH).

Die Richtlinien des BDIH zum Thema Tierversuche besagen Folgendes:
„Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte werden Tierversuche durchgeführt noch in Auftrag gegeben.
· Tierversuche und Rohstoffe Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht im Markt vorhanden waren, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Außer Betracht bleiben hierbei Tierversuche, die durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag noch auf Veranlassung des Auftraggebers gehandelt haben, noch mit diesen gesellschaftsrechtlich oder vertraglich verbunden sind.“

Warum das Datum 1.1.1998? In der Naturkosmetik werden zum Teil Rohstoffe verwendet, die schon sehr lange in Kosmetikprodukten zu finden sind. Um rechtlich unangreifbar zu sein, ist der Stichtag für den BDIH notwendig – denn es kann nicht absolut ausgeschlossen werden, dass ein Rohstoff nicht im Laufe von mehr als 20 Jahren irgendwann einmal an einem Tier getestet wurde.

Während in zertifizierter Naturkosmetik bei lavera Naturkosmetik schon seit jeher auf Tierversuche verzichtet wurde, bewirkte die Änderung der Kosmetik-Richtlinie von 2007 einen entscheidenden Schritt für Tierschutz in der gesamten Kosmetikindustrie. Seit März 2009 dürfen Tierversuche nicht mehr für Kosmetiktests am Endprodukt eingesetzt werden.

Unter anderem aus diesem Grund ist das Tierversuchsverbot unter den Kriterien des internationalen Standard NaTrue auch nicht mehr explizit aufgeführt. Die europäische Initiative für eine Bio- und Naturkosmetik NaTrue verfolgt eine Bio- und Naturkosmetik, die höchsten Ansprüchen genügt und ihre höchste Qualität wahrt, und die Verfügbarkeit hochwertiger natürlicher Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau und kontrollierter Wildsammlung sichert.

Selbstverständlich liegen für alle Inhaltsstoffe Produktspezifikationen vor, die den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Es werden weiterhin alle lavera Produkte gründlichen Tests unterzogen. lavera Naturkosmetik garantiert so Wirksamkeit und Verträglichkeit der Produkte, die von unabhängigen Testeinrichtungen wie Stiftung Warentest oder ÖKO-TEST durch Bestnoten bestätigt werden. Hauttests finden seit Bestehen des Unternehmens natürlich in Zusammenarbeit mit freiwilligen Versuchspersonen statt.

Sicherheit und Tierversuche
100.000 verschiedene Chemikalien, die von der Definition her auch die natürlichen Inhaltsstoffe mit einbeziehen, finden sich Schätzungen zufolge in Alltagsprodukten. Die meisten sind ungiftig, andere jedoch bergen auch Gefahren für Gesundheit und Umwelt. Sie können die Haut reizen oder Allergien auslösen, Krebs fördern oder sogar auf Hormone und das Erbgut einwirken. Manche von ihnen waren schon seit Jahrzehnten im Umlauf, ohne jemals auf ihre Unschädlichkeit getestet worden zu sein.

Am 1. Juni 2007 trat deshalb die EU-Chemikalienverordnung REACH in Kraft. Sie hat das Ziel, Verbraucher weltweit vor gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien zu schützen (und unterscheidet nicht zwischen chemischen, synthetischen Inhaltsstoffen und natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen.) „Reach“ steht für „Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“, also für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien. Die Verordnung schreibt allgemein vor:

Mit REACH müssen alle Stoffe, die in Mengen von 1 Tonne oder mehr pro Jahr hergestellt oder importiert werden sollen, registriert werden, bevor sie hergestellt oder in Verkehr gebracht werden. Für die Registrierung schreibt die verbindliche und für alle EU-Staaten geltende REACH-Verordnung eine Reihe von Tests vor, darunter auch Tests, die an Tieren vorgenommen werden, sofern es keine alternativen Testmethoden gibt.

Ein wichtiges Mittel, um unnötige Tierversuche zu vermeiden, ist dabei die Pflicht der REACHRegistranten, Prüfdaten gemeinsam zu nutzen. Das bedeutet, dass alle vorhandenen Studien mit Wirbeltierversuchen, die von einem Registranten durchgeführt wurden, an alle Registranten für diesen Stoff zur Nutzung weitergegeben werden müssen. Die Informationen aus allen neuen Tierversuchsstudien müssen allen Registranten, die sie für die Registrierung benötigen, zur Verfügung gestellt werden.

Im September 2010 beschloss das Europaparlament zudem weitere Einschränkungen bei Tierversuchen in der EU. Wenn alternative Testmethoden existieren, müssen diese künftig
verpflichtend genutzt werden, sieht die neue EU-Richtlinie vor bzw. werden diese von der EU gefördert.

Laverana“

Da daraus nicht ersichtlich ist ob Lavera in China erhältlich ist habe ich nochmal direkt nachgefragt und folgendes Statement erhalten:

„Sehr geehrte Frau _,

bitte entschuldigen Sie vielmals die späte Rückmeldung.

Bezüglich Ihrer Anfrage kann ich Ihnen mitteilen, dass wir als Naturkosmetikunternehmen nicht nur eine gesteigerte Verantwortung für den Erhalt unserer Umwelt und die Pflanzen fühlen, die die Rohstoffe liefern, sondern auch für die Tierwelt. Wir möchten auf keinen Fall, dass Tiere für unsere Produkte oder für die in unseren Produkten enthaltenen Rohstoffe leiden müssen und sprechen uns entschieden gegen Tierversuche aus. Die laverana führt weder selbst Tierversuche durch noch geben wir welche in Auftrag!

Unsere Produkte werden schon seit Bestehen des Unternehmens alle an freiwilligen Probanden getestet, wir haben eine interne Testabteilung bzw. arbeiten mit externen Testinstituten und freiwilligen Probanden zusammen, unter denen sich auch Allergiker befinden. Für die Herstellung von Kosmetikprodukten gibt es zudem gesetzliche Vorschriften, Produktionsstandards usw., die wir einzuhalten haben und selbstverständlich befolgen. Darüber hinaus gibt es rechtliche Vorgaben seitens der EU, Gesetz REACH bzw. Verbot von Tierversuchen. Früher war die Tierversuchsfreiheit noch nicht so klar geregelt, inzwischen ist sie gesetzlich verankert. Wir produzieren zertifizierte Naturkosmetik, zertifiziert nach BDIH und NATRUE. Die Richtlinien des BDIH besagen einen Stichtag, den 01.01.1998. Dieser Stichtag ist notwendig, denn es kann nicht absolut ausgeschlossen werden, dass ein Rohstoff nicht im Laufe der Zeit irgendwann einmal an einem Tier getestet wurde.

In China sind unsere Produkte auch erhältlich, wir haben dort einen Händler, mit dem wir seit Jahren zusammenarbeiten.*

Wir führen auch vegane Produkte, diese erkennen Sie an dem Vegan-Label. Diese Produkte werden bei der Vegan Society in London registriert. Aber nicht alle unsere Produkte sind vegan, da in manchen Produkten tierische Stoffe (wie z.B. Bienenwachs, Honig, etc.) enthalten sind.

Zur weiteren Information habe ich Ihnen auch unser Statement zum Thema Tierschutz angehängt.

Freundliche Grüße aus Wennigsen

Ihr Laverana Beratungsteam“

Ich habe zur Sicherheit noch einmal nachgefragt, ob die Produkte in ganz China erhältlich seien oder nur in Hongkong und Taiwan wo es eine Ausnahmeregelung gibt. Leider habe ich seitdem nichts mehr von Lavera gehört. Allerdings habe ich dieses Dokument gefunden, das mir persönlich die Situation aber nicht konkret auf den Punkt bringt.

Update 13/12/2013: Ich habe heute eine Pressemeldung erhalten, dass Lavera ab sofort den Export nach China einstellen wird, bis die Tierversuchsfreiheit für alle Produkte dort Einzug gehalten hat:

Die Tierversuchsfreiheit in Europa, die seit 11. Juli 2013 in Kraft trat, ist wegweisend, aber leider noch nicht weltweit umgesetzt. Unter anderem noch nicht in China, das seine Registrierungsverordnungen (inkl. der vorgesehenen Tierversuche) erst jetzt anpasst und dadurch weltweit in die Kritik geraten ist. Als „ Naturkosmetik für alle“-Anbieter ist es unsere Vision und unser Ziel, dass jeder Mensch weltweit die Möglichkeit haben soll, sich natürlich zu pflegen. Dieser Grundsatz ist für uns verpflichtend und Bestandteil der Unternehmensphilosophie. Für uns haben auch die Menschen in China das Recht auf natürliche Körperpflege. Daher hatten wir uns für den Export nach China entschieden. lavera Naturkosmetik hat sich entschlossen, die weiteren Lieferungen nach China UNVERZÜGLICH einzustellen!

Ab Juni 2014 will die Chinesische Regierung laut Entwurf erste Anpassungen umsetzen für Firmen mit Sitz in China. Shampoos und Parfüme sollen dann nicht mehr an Tieren getestet werden müssen: Der Hersteller in China soll nach diesen Plänen dann lückenlos dokumentieren müssen, dass Inhaltsstoffe und Produkt nicht schädlich für die Gesundheit des Menschen sind. Chinas Exportbestimmungen** müssen für alle Produkte an Reformen angepasst werden!

Leider sind Chinas Exportbestimmungen noch nicht für alle Produkte von den Reformen berücksichtigt worden. Wir werden daher den Export nach China solange einstellen, bis wir sicher sind, dass die Tierversuchsfreiheit in China auch für alle Importprodukte garantiert ist. Alternative Testmethoden und bestehende Nachweise müssen anerkannt werden. Für dieses Ziel werden wir alle politischen Wege in Europa ausfindig machen sowie unsere Kontakte vor Ort zu Verbänden nutzen, um die Tierversuchsfreiheit in China voranzutreiben. Denn es ist und bleibt unser Ziel, dass jeder Mensch weltweit die Möglichkeit haben soll, sich mit zertifizierter Naturkosmetik zu pflegen.

*) Anmerkung: Ursprünglich ließen die von mir hervorgehobenen Textteile meiner persönlichen Meinung nach nicht auf völlige Tierversuchsfreiheit dieser Marke/dieses Unternehmens schließen. Da sich Lavera nun aus dem chinesischen Markt wieder zurückgezogen hat, gibt es auf Once Upon A Cream wieder Produktvorstellungen dieser Marke/dieses Unternehmens.

3 Comments

  • Reply Jasmin April 30, 2013 at 1:46 pm

    Sind die Lavera Produkte dort dann aber auch registriert?
    Nur sofern sie registriert sind, darf China Tierversuche in Auftrag geben

    • Reply admin April 30, 2013 at 1:51 pm

      Ich habe wie gesagt keine Rückmeldung mehr auf meine Fragen erhalten… Im verlinkten Dokument zu Lavera & China wird sich allerdings auch nicht von einer Registrierung der Produkte distanziert.

  • Reply Sophie August 27, 2013 at 11:06 pm

    Unfortunately, Lavera products are registered in China and therefor tested on animals. I have done a lot of research into this as Lavera is not being very open about this subject… on their Chinese website, you can find all the stores that sell Lavera in China: http://www.lavera.cn/%E8%8E%B1%E5%94%AF%E5%BE%B7%E5%9C%A8%E4%B8%AD%E5%9B%BD-A190.html

    To sell in stores in China, you have to register the products. If it was just a webshop, they could get around it, but when selling in this many stores, it has to be done officially, which unfortunately means animal testing :(

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