BEAUTYTALK mit Lena Hoschek
6 Jan
Dass sie bezaubernde Mode entwirft, weiss man längst. Dass sie ausgebildeter Make up Artist ist und am liebsten selbst zum Pinsel greift, wissen von der österreichischen Designerin Lena Hoschek die wenigsten. Ein Gespräch über Schminken auf Rädern, pumperlg’sunde Eichhörnchen und die ewige Suche nach dem perfekten Duft.
Mode und Make up: eng verbunden und doch getrennt. Welchen Stellenwert hat Make up für dich als Modedesignerin?
Make up hat für mich einen sehr großen Stellenwert. Make up bedeutet für mich das Gesicht in Szene setzen. Das funktioniert geschminkt oder ungeschminkt. Durch Make up kann man sehr viel aussagen. Wir haben gerade ein Goth Outfit in der Kollektion und wenn das Make up dann zum Beispiel sehr elfenhaft ausfällt, ergibt das ein völlig neues Gesamtbild. Mit Make up kann man viel verhauen aber auch viel unterstreichen.
Bei der letzten Vienna Fashionweek hast du mit Sergej Benedetter zusammengearbeitet. Wie entsteht der jeweilige Look für deine Fashionshows bzw. für deine Shootings? Wer kreiert die Looks und mit wem arbeitest du?
Ich arbeite sehr gerne selbst. Bei mir muss alles immer ganz schnell gehen. Bei Fotoshootings, Fashionshows, etc. muss es wirklich immer ganz, ganz schnell gehen. Ich halte es nicht aus, wenn manche Make up Artists stundenlang an einem Gesicht herumpinseln. Das ist für mich in dieser Situation Zeitverschwendung, denn da ist es mir wichtiger, dass Eyeliner und Lippenstift perfekt sitzen. Ich mache fast nie besonders aufwendige Editorials (Anm.: Fotostrecke die zum Veröffentlichen in einem Magazin, Katalog, Lookbook, etc. ausgelegt ist), daher auch selten aufwendiges Make up. Bei meinen Looks ist immer alles klassisch und tragbar. Ich habe vor Jahren, noch bevor ich selbst Mode gemacht habe, die Ausbildung zum Make up Artist gemacht. Wenn du dann selbst ein bisschen Ahnung hast, verstehst du auch was wirklich dahinter steckt. Vor allem bei rotem Lippenstift und Eyeliner trennt sich die Spreu vom Weizen und man erkennt sofort den wahren Meister. Aber generell ist es schon extrem toll, was manche künstlerisch leisten.
Bist du auch experimentierfreudig mit neuen Looks oder muß es immer schwarzer Eyeliner und roter Lippenstift sein?
Der Look wird auf jeden Fall auf die jeweilige Kollektion abgestimmt. Aber immer etwas zurückgenommen und vor allem tragbar. Letzten Sommer hatten wir zum Beispiel das Thema Hawaii in der Kollektion und das wollte ich dann auch mit gelbem und blauem Lidschatten im Make up widerspiegeln.
Wer oder was inspiriert dich bei Make up?
Die Augenbrauen aus den 50ern finde ich extrem toll. Das sieht in den Filmen von damals immer total schön aus. Diese dick nachgezogenen Brauen, fast schon Balken. Ich trage meine Augenbrauen auch selbst gerne stark nachgezogen. Die Produkte waren damals natürlich noch nicht so toll wie heute.
Schminkst du dich selbst gerne?
Ich selbst trage eigentlich nie Make up, sondern immer nur Concealer unter den Augen. Ohne den gehe ich allerdings nie außer Haus, das fällt nämlich sofort auf! Mit meiner Haut habe ich jedenfalls viel Glück gehabt. Eine schöne Haut als Basis ist natürlich sehr hilfreich. Vor allem bei der Grundierung finde ich „weniger ist mehr“ und auch viel schöner als wenn man vor lauter Make up vom Gesicht gar nichts mehr sieht.
Und was findet man in deinem Schminktäschchen?
Nachdem ich beim Schminken sehr viel selbst arbeite, ist mein Schminktäschchen richtig fett. Wenn ich nur mit Handgepäck reise, dann gibt es aber eine abgespecktere Version. Roten Lippenstift, Konturenstift, Lippenpflege, Lidschatten und Concealer habe ich eigentlich immer mit. Roten Lippenstift in fünf verschiedenen Tönen, die passenden Konturenstifte, einen hellen Lidschatten zum Beispiel in rosé, einen braunen Lidschatten, flüssigen Eyeliner in schwarz und braun. Da verwende ich am liebsten die billigsten Marken, weil ich finde die halten am längsten.
Du hast nur 10 Minuten Zeit in der Früh. Was passiert mit deinen Haaren?
Wenn ich in der Früh nur 10 Minuten Zeit habe, komme ich zu spät! Da werden die Haare dann, so wie heute, einfach mit einem Gummiringerl zusammengebunden. Mit den Haaren habe ich es noch nicht so heraussen, das braucht immer ziemlich lange bis es gut ausschaut. Aber wo ich ganz viel Zeit spare, ist beim Schminken. Ich schminke mich nämlich immer beim Autofahren. Das geht total super! Beim flüssigen Eyeliner brauche ich dann aber schon eine rote Ampel.
Wonach duftet Lena Hoschek?
Ich verwende immer Parfum, wenn ich ohne aus dem Haus gehe, fehlt irgendwas. Ich verwende schon seit Jahren denselben Duft. Ich würde aber gerne mal wieder etwas neues ausprobieren. Leider gibt es da selten ein Parfum das mir gefällt und ich bin meistens enttäuscht. Es darf auf keinen Fall zu süß oder kitschig sein, dass man sich auf der Strasse direkt danach umdreht.
Ein Beautyprodukt ohne dem du nicht leben kannst?
Für den ganzen Körper? Ganz logisch betrachtet wäre das dann wohl die Zahnbürste! Das ist ja die Grundvoraussetzung für alles weitere – schminken, frisieren, etc. – gepflegt zu sein!
Eine eigene Make up Kollektion im Stil der 50er Jahre – wäre das etwas, das dich interessiert?
Mit dem richtigen Partner, warum nicht. Schminke ist ja sehr oft Schminke. Da gibt es hunderte Püderchen auf der Welt die bestimmt alle irgendetwas können. Für mich geht es da schon auch um eine besondere Präsentation, die Verpackung und das ganze Konzept. Wenn ich die Chance bekäme mit dem richtigen Unternehmen zusammenzuarbeiten, wäre das schon etwas das interessant sein könnte.
Verrätst du uns noch dein persönliches Beautygeheimnis?
Wenn man mal müde ist und ganz schnell frisch aussehen möchte, einfach ein bisschen hellrosa Rouge vorne auf die Wangen auftragen und schon sieht man pumperl’gsund aus. Wie direkt nach dem Sport oder wie ich gern sage „wie ein frisch gevögeltes Eichhörnchen“!
![]()
Talking beauty with wonderful Austrian Fashion Designer Lena Hoschek. Click here to read it in English!












Recent Comments