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Schritt für Schritt zum Zero Waste Badezimmer

Ich bin mittlerweile ziemlich stark auf die Zero Waste Bewegung reingekippt. Müll zu vermeiden war zwar in meinen Alltag immer schon integriert, allerdings war mir bis vor einiger Zeit nicht bewusst wie viel Plastikmüll ich trotzdem wöchentlich herankarre. Ich rate jedem einmal in den Drogeriemarkt zu gehen und nur mal zu schauen wieviele Produkte in Plastik verpackt sind oder auch nur einen kleinen Anteil an Plastik haben (Flaschenverschluss, Sichtfenster, Aufkleber, etc.). Horrorös!

Nach dem Vortrag von Bea Johnson in Wien und weiteren Recherchen bin ich nun in Babysteps auf dem Weg unsere Wohnung von Plastik zu befreien und unser Kaufverhalten nach nachhaltigeren, verpackungsfreieren Möglichkeiten auszurichten. Den wichtigsten Tipp, den ich euch hier schon mal mitgeben kann – setzt euch nicht unter Druck! Perfektionismus und der Anspruch an sich von heute auf morgen sein gesamtes Leben auf Zero Waste umzustellen kann einen nämlich schnell in die Verzweiflung treiben. Es ist nämlich echt irre viel Plastik da draußen! Die Sache Schritt für Schritt anzugehen war in diesem Fall für mich die entspanntere Lösung und ich freue mich immer riesig über jedes kleine Etappenziel.

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Ein Ort bei dem ziemlich viel Kunststoffverpackung und Müll anfällt ist das Badezimmer. Meine Erfahrungen und Tipps am Weg zu einem Zero Waste Badezimmer habe ich euch hier folgend zusammengestellt und hoffe ihr seid inspiriert das ein oder andere daraus mitzunehmen, vielleicht als schönen Neujahrsvorsatz.

Hier noch einmal die 5 Grundregeln von Zero Waste an denen man sich – unbedingt in dieser Reihenfolge – gut orientieren kann und welche somit auch für das Badezimmer gelten:

  • Refuse (Ablehnen)
    In der Beautyindustrie wird man mit Werbung nur so bombardiert, um einem ständig einzutrichtern wie sehr man dieses oder jenes neue Produkt zum Leben braucht. Lasst euch nicht verführen. Überlegt, sagt (innerlich) „Nein Danke!“ und holt euch erst gar nichts ins Haus was ihr es nicht unbedingt benötigt.

Tipp: Verzichtet auf sinnlose Produktpröbchen oder bringt euren eigenen Behälter mit in die Parfumerie, um etwas abfüllen zu lassen.

  • Reduce (Reduzieren)
    Viele Produkte brauchen wir eigentlich gar nicht und wenn auch nur eines davon und nicht zehn verschiedene Ausführungen. Wer 30 Stück Lipgloss hat, der wird vermutlich 3/4 davon wegwerfen, weil sie irgendwann ranzig werden. Überlegt euch beim leer werden jedes Kosmetikprodukts, ob ihr denn unbedingt ein neues davon benötigt. Wenn ja, sucht nach einer verpackungsfreien Alternative. So kann man übrigens auch gut einsteigen in das Thema und überfordert sich nicht dabei alles sofort umstellen zu müssen.

Tipp: Sucht nach More-in-1 Produkten (z. B. Seife die zum Duschen und Gesicht waschen verwendet werden kann; Pflanzenöle zum Abschminken, zur Haut- und Haarpflege)

  • Reuse (Wiederverwenden)
    Einwegprodukte haben im Badezimmer Hochsaison. Wattepads, Einwegrasierer, Taschentücher, Wattestäbchen, Tampons, Binden, und vieles mehr kommen oft in Plastik verpackt zu uns nach Hause, werden einmal verwendet und landen wieder im Müll. Für viele Einwegprodukte gibt es eine langlebigere Mehrwegalternative, die denselben Zweck erfüllt und zudem noch viel Geld spart. Auch kann man „Küchenabfällen“ (z. B. Kaffeesud) weiterverwenden und noch tolle Kosmetikprodukte selbst herstellen. Mehr dazu findet ihr weiter unten.

Tipp: Kauft Produkte die man mehrmals verwenden kann (z. B. Rasierhobel statt Einwegrasierer, Schminkpinsel statt Schminkschwämmchen) oder wo ihr zumindest die Verpackung (Glastiegel, -flaschen) weiterverwenden und/oder wieder befüllen lassen könnt.

  • Recycle (Zur Mülltrennung geben)
    Wenn es sich nicht vermeiden lässt verpackte Kosmetikprodukte zu kaufen, weil z. B. die Alternativen fehlen, dann gilt es darauf zu achten, dass die Verpackung zumindest recyclebar ist und so wiederverwertbar ist.

Tipp: Kauft bevorzugt Produkte die komplett in Papier, Karton, Glas oder Metall verpackt sind. Wenn ihr online bestellt, achtet darauf, dass der Verkäufer auf umweltfreundliche/wiederverwendete Umverpackungen wert legt und nicht alles unnötig in Plastik einschweisst oder mit Styropor befüllt.

  • Rot (Verrotten/Kompostieren)
    Mittlerweile findet man einige Beautyprodukte, wie z. B. Damenbinden, Gesichtsschwämme, Wattepads, Bambuszahnbürsten, die sich kompostieren lassen. Bitte informiert euch allerdings, ob ihr diese Produkte in eurem Land bzw. eurer Gemeinde auch im allgemeinen Biomüll entsorgen dürft. In Wien sind die Vorschriften, was das betrifft ziemlich streng.

Tipp: Wie ihr euch auch in eurer Stadtwohnung einen eigenen (geruchlosen!) Komposthaufen bzw. eine Wurmkiste anlegen könnt, wo ihr dann allerlei kompostieren und die wertvolle Erde für eure Pflanzen verwendet könnt, findet ihr hier.

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Zero Waste von Kopf bis Fuß

Haare waschen & pflegen

Eine Möglichkeit Verpackung bei der Haarpflege einzusparen ist von Flüssigshampoos auf feste Shampoos umzusteigen. Flüssigshampoos und Conditioner sind meistens in Plastik verpackt, hingegen die feste Variante entweder unverpackt oder nur in Papier eingehüllt. Feste, unverpackte Shampoos und Conditioner gibt es z.B. bei Lush.

Vielleicht habt ihr auch schon von NoPoo gehört, also Haare waschen ohne (klassischem) Shampoo. Das ist wohl die nachhaltigste Variante und auch die wo am wenigsten Verpackung anfällt. Hierzu gibt es unglaublich viel Informationen im Netz. Sehr hilfreich finde ich dieses Video. Tolle Beratung und viele Produktvarianten für die NoPoo Haarwäsche gibt es z. B. bei Staudigl.

Wenn ihr lernen möchtet eure Haarpflegeprodukte selbst zu machen und so Verpackung einzusparen bzw. wiederzuverwenden, dann könnt ihr dies auch in einem Workshop z. B. bei Die Haargärtnerin lernen.

Eine Übersicht über plastikfreie Haarbürsten findet ihr hier.

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Zahnpflege & Mundhygiene

Herkömmliche Zahnbürsten sind aus Plastik und auch noch in Plastik verpackt. Zahncremes sind nicht nur in Plastik verpackt, sondern enthalten oftmals auch noch Mikroplastik. Für die herkömmliche Zahnbürste gibt es zahlreiche Alternativen, z. B. aus Bambus von Hydrophil oder Ecobamboo. Zahncremes gibt es in Pulverform (funktioniert ausgezeichnet!!) oder auch in fester Form. Hier tunkt man die angefeuchtete Zahnbürste ein bzw. drückt sie drauf  und darf losgeputzen. Zahncreme selber machen ist natürlich auch eine Option. Für Zahnseide verwenden viele „Zero Waster“ einzelne Seidenfäden, die sie von einem alten Seidentuch heraustrennen oder aber auch eine mit Bienenwachs gewachste Zahnseide im Glas. Nachdem beide Varianten nicht vegan sind, fehlt mir hierfür leider noch eine passende Alternative.

Ohrenreinigung

Ziemlich jeder HNO-Arzt rümpft die Nase, wenn man ihm von Wattestäbchen im Ohr erzählt. Die Ohren ausspülen kann man daher entweder wunderbar während des Haarewaschens ohne Wattestäbchen, oder mittels wiederverwendbaren bzw. kompostierbaren Ohrstäbchen.

Make-up

Bei diesem Punkt blutet mein Herz etwas, denn nach einer ersten Bestandsaufnahme musste ich feststellen, dass fast jedes Make-up Produkt in meinem Schminktisch zu irgendeinem Anteil aus Plastik besteht. Das gilt sowohl für herkömmliche Kosmetik als auch Naturkosmetik. Beim Umstieg auf Naturkosmetik gibt es allerdings viel mehr Unternehmen, die sich dafür engagieren ihre Produktverpackung zu reduzieren, wiederbefüllbare Produkte anzubieten, den Recyclinganteil zu erhöhen oder verstärkt Verpackungsmaterialien wie Glas, Karton oder Metall einzusetzen.

Einen hohen Anteil an nachhaltiger Verpackung aus Glas, Karton und Metall haben die Make-up Produkte von 100 % Pure, Alva, Axiology, ILIA Beauty (besonders toll ist das nachfüllbare Transparentpuder!), Lush (viel unverpacktes Make-up gibt es leider nur limitiert auf der Oxfort Street), RMS Beauty oder Studio 78 Paris.

Wem das trotzdem noch immer zu viel an Verpackung ist, der sieht sich am besten mal durch die DIY Rezepte im Netz für Mascara, Lip Tint oder Rouge aus Kakaopulver an oder beschließt Make-up komplett aus seinem Leben zu verbannen. So weit bin ich aber noch lange nicht…

Abschminken geht übrigens ganz einfach mit Pflanzenölen und waschbaren Abschminkpads bzw. Gesichtstüchern. Ich liebe Kokosöl oder Sonnenblumenöl (als regionalere Variante) zum Abschminken. Gesicht und Augenpartie damit einölen und dann alles mit den angefeuchteten Abschminkpads und Gesichtstüchern abnehmen.

Duschen & Baden

Viel Müll und Geld lässt sich sparen, wenn man zum Duschen statt Duschgel ein Seifenstück verwendet. Dieses ist nicht nur etwa 5-10 Mal ergiebiger als eine Flasche Duschgel, sondern meistens auch unverpackt oder zumindest in Papier erhältlich. Zum anschließenden Eincremen könnt ihr euch ein fluffiges Körpermousse ganz leicht selbst zusammenmischen. Verschiedene Pflanzenöle (z.B. Kokos-, Sonnenblumen-, Jojoba- oder Mandelöl) machen ihren Job allerdings auch hervorragend. Auch Bodypeelings sind kinderleicht gemacht, gerne auch aus Küchenabfällen.

Deo

Es gibt festes Deo (auch unverpackt) oder Deocreme im Glastiegel (mein Lieblingsprodukt) oder man macht Deo einfach selbst (nach diesem Rezept). Funktioniert alles bestens und wirkt auch!

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Nagellack

Zero Waste Nagellack ist ein kleines Problemkind. Ich wüsste nicht wirklich wie eine unverpackte bzw. nachhaltig verpackte Variante hier aussehen könnte. In der Glasflasche kommen sie ja fast alle daher, allerdings ist es eben Lack und der wird meistens mit einem Pinsel aus Kunststoff aufgetragen. Allerdings gibt es bereits tolle Alternativen für natürlichen Nagellackentferner in der Glasflasche (z. B. von OZN oder Fresh Therapies). Wer keine Wattepads zum ablackieren verwenden will, der bastelt sich einfach dieses Nagellackentfernertöpfchen mit einem kompostierbaren Schwamm.

Monatshygiene

Eine Frau verbraucht in ihrem Leben durchschnittlich ca. 17 000 Monatshygieneprodukte seien es Binden, Tampons oder Slipeinlagen. Was für eine Zahl! Als ich vor 3 Jahren aus Neugier die Menstruationstasse ausprobierte, hätte ich mir niemals gedacht, dass ich so erleichtert und befreit sein werde. Nie wieder daran denken Tampons zu kaufen. Nie wieder diese unangenehme Komplettaustrocknung spüren, sondern endlich ein besseres Gefühl für seinen Körper an diesen speziellen Tagen bekommen. Ich kann den Umstieg auf dieses Modell wirklich nur wärmstens empfehlen.

Für wen die Menstruationstasse nicht das richtige Produkt ist, gibt es wiederverwendbare, waschbare Binden und Slipeinlagen aus angenehmen, atmungsaktiven Materialien. Auch damit kann diese Unmenge an Müll eingespart werden und die Haut kommt nicht mit bedenklichen Stoffen die sich in so manchem Einwegprodukt befindet in Kontakt. Viel Information und Produkte für eine nachhaltige Monatshygiene gibt es bei den absoluten Expertinnen auf diesem Gebiet zu finden – der Erdbeerwoche.

Haarentfernung

Auch einer Zero Waste Haarentfernung steht nichts im Weg und es gibt glleich mehrere müllfreie bzw. -reduzierte Alternativen. Wer bei der klassischen Nassrasur bleiben möchte, dem lege ich den Umstieg von Einweg auf Mehrweg ans Herz und zwar mittels klassischem Rasierhobel. Ich habe es kürzlich gewagt und bin begeistert. Als Rasierschaum kann man auch hier auf eine unverpackte Rasierseife zurückgreifen oder man verwendet Kokosöl, das funktioniert ebenfalls wunderbar.

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Mit einem Epiliergerät (falls ihr keines besitzt, dann versucht eines second hand zu kaufen) lässt sich die Haarpracht nicht nur müllfrei, sondern auch mittelfristig entfernen. Ein bisschen ziepts halt.

Eine weitere mittelfristige Haarentfernungsmethode ist das Sugaring. Hier werden mittels angemischter Paste aus Zucker und Zitronensaft die Härchen zwar nicht ganz schmerzfrei entfernt, allerdings mit unvergleichlich glattem Ergebnis. Falls ihr ein Studio in Wien sucht, kann ich Irene von Go Glatt wärmstens empfehlen.


***GEWINNSPIEL***

Um euch auf dem Weg zum Zero Waste Badezimmer noch ein bisschen weiter unter die Arme zu greifen, habe ich gemeinsam mit zwei wundervollen Kooperationspartnern auf dem Gebiet der Kosmetik mit Vegalinda & der nachhaltigen Monatshygiene mit Erdbeerwoche zwei Zero Waste Packages für euch geschnürt, die ihr nun gewinnen könnt:

ZERO WASTE PACKAGE „Kosmetik“ sponsored by VEGALINDA

  • Waschbare Abschminkpads (10 Stk+ Wäschesäckchen) von Lamazuna
  • Zahnbürste aus Bambus mit BPA freien Nylonborsten von Hydrophil
  • Feste Zahnpasta mit Pfefferminz-Öl von Lamazuna
  • Oriculi Ohrstäbchen von Lamazuna

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ZERO WASTE PACKAGE „Monatshygiene“ sponsored by ERDBEERWOCHE

  • Menstruationstasse (Größe nach Wahl) von Lunette
  • Menstruationstassenbeutel Bloody Woman von Erdbeerwoche
  • Waschbare Stoffslipeinlage aus Biobaumwolle von Erdbeerwoche

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Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen Ulli S. und Alexandra H.!

Für alle die diesmal kein Glück hatten gibt es einen kleinen Trostpreis von der Erdbeerwoche: mit dem Code „onceuponacream2017“ bekommt ihr EUR 3 Rabatt (gültig ab €30,- Bestellwert bis 31.1.2017).

So könnt ihr mitspielen!

Hinterlasst unter diesem Eintrag ein Kommentar und verratet mir welche der beiden Päckchen ihr gerne gewinnen möchtet. Bitte gebt eine gültige E-Mail Adresse an, damit ich euch im Falle eines Gewinnes kontaktieren kann. Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht und auch nicht gespeichert. Der Gewinner wird per Zufallsgenerator gezogen und anschließend hier bekanntgegeben. Der Versand des Gewinns erfolgt nur nach Österreich und Deutschland. Das Gewinnspiel läuft bis Sonntag, 8.1.2017, 23:59.


Mehr über Zero Waste

Wer sich ausführlich mit dem Thema Zero Waste beschäftigen möchte dem empfehle ich wärmstens folgende Bücher & Blogs:

Bücher

Blogs/Vlogs

 

Translation:

Going Zero Waste is the perfect New Year’s resolution. Plastic is everywhere especially in the beauty aisle. Here are some easy tips and tricks to go Zero Waste in the bathroom!

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