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Rasieren ohne Plastik

Ich bin eigentlich kein riesen Fan von Halloween. Allerdings hat mich mein kürzlicher Einkauf eines klassischen Rasierhobels zu dieser Gruselgeschichte (mit Happy End) inspiriert…

Rasieren ohne Plastik

Nachdem ich mich gerade großzügig von allerlei Plastik in Küche, Badezimmer und dem Rest unserer Wohnung befreie, ging es auch meinen Einwegrasierer an den Kragen. Ich hüpfe immer wieder zwischen den verschiedenen Enthaarungsmöglichkeiten hin und her, sodass ich wenn es mal schnell und schmerzfrei gehen soll auch noch zum Nassrasierer greife. Die Dinger sind allerdings so richtig teure Umweltsünden, wenn man es sich mal genau überlegt. Plastikrasierer, eingeschweißt in Plastikverpackung mit Wechselklingen aus Plastik nochmal eingeschweißt in extra Plastikschutzhüllen. Sobald das Wörtchen „Einweg“ fällt, sollte bei allen die sich etwas aus Müllvermeidung machen ohnehin sofort die Alarmglocken läuten. Meistens stammen die Einwegrasierer auch nicht aus tierversuchsfreiem Hause, somit beschränkt sich die Auswahl für uns Veganer ohnehin nur auf ein paar wenige Modelle.

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Huch, ein Rasierhobel!

Jetzt wird’s endlich gruselig. Nach ein bisschen Recherche wie das  Plastik- und Müllproblem von rasierenden Plastikvermeidern und Zero Wastern gelöst wird, erscheint er auch schon groß und blutrünstig auf meinem Bildschirm. Huch, ein Rasierhobel! Gut, wenn sich die Adrenalinjunkies mit Rasiermesser und Hobel an die Kehle gehen lassen ist das ihre freie Entscheidung, aber wie um Himmels Willen soll ich mit diesem Gerät an meine Ladyparts ran, ohne dass es in einem American-Psychoesquen Blutbad endet? An meine geritzten Kniekehlen oder Knöchelpartie möchte ich auch gar nicht erst nicht denken. Aber schön edel und retro sieht das Ding aus Edelstahl halt schon aus…rasierhobel_4

Ich nahm also meinen Mut zusammen und stattete dem wohl wunderschönsten Fachgeschäft für edle, qualitativ hochwertige Pflegeutensilien in Wien einen Besuch ab. Bei Walter Weiss scheint die Zeit ein stehengeblieben zu sein, das erkennt man schon an der wunderschönen nostalgischen Auslage an der ich schon unzählige Male vorbeigegangen bin. Das Fachgeschäft ist spezialisiert auf qualitativ hochwertige Produkte für die Rasur, Frisur, Maniküre und den Haushalt, freundliche Beratung inklusive. Aufgeregt fragte ich also nach einer Alternative zum Einwegrasierer aus Kunststoff. Nach einer sehr netten Beratung fiel die Entscheidung auf einen Butterfly Rasierhobel (EUR 39). Er ist komplett aus Edelstahl gefertigt und vor allem für Anfänger bestens geeignet, da sich das Hantieren mit den scharfen Rasierklingen relativ unkompliziert gestaltet. Ebenfalls sehr wichtig beim Aussuchen des richtigen Rasierhobels ist die verschiedenen Modelle auch wirklich in die Hand zu nehmen und sich für das Modell zu entscheiden, das auch gut und sicher in der Hand liegt. Ich habe mich daher für einen aufgerauten Griff entschieden, da ich den Rasierer direkt unter der Dusche verwenden wollte. Eine 10-er Packung Rasierklingen habe ich gleich dazu gekauft (ca. EUR 9), leider waren die aber in Plastik verpackt. Mittlerweile weiß ich, dass es auch Klingen gibt die komplett in Papier verpackt sind (z. B. von Astra). Das Tolle an den Rasierklingen ist, dass sich jede Klinge vier Mal (!!) verwenden lässt. Hat man sie eingelegt und die beiden scharfen Kanten stumpf rasiert, dreht man die Klinge einfach um und hat nochmals zwei scharfe Seiten verwenden. D.h. kauf 10 bekomm 40! Die stumpfen Klingen kann man in der Klingenpackung sammelnd und dann einfach über das Metallrecycling entsorgen. Wow!

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Meine erste Old School Rasur

Da hing er nun glänzend an der Badezimmerwand, mein neuer alter Butterflyrasierhobel und wartete auf den ersten Einsatz. Mit ein bisschen Herzklopfen schäumte ich mir die Beine ein (funktioniert übrigens bestens ohne Rasierschaum, dafür damit) und setzte an. Ganz leicht zog ich den Rasierhobel über das Bein und verfolgte mit aufgerissenen Augen was passiert. Oh Gott!! Kein Schnitt. Ich lebte noch. Weiter ging’s. Zack, zack, zack. Rasierhobel angesetzt und ohne Druck (ganz wichtig und wahrscheinlich der Trick dabei) sanft über das Bein gezogen. Nächstes Bein. Dann die Achseln. Bisschen Haut straff gespannt, Rasierer drübergleiten lassen. Blutfreie Rasur. Das Beste zum Schluss: auch die Ladyparts blieben ganz, Hallelujah! Ich konnte es wirklich nicht glauben, aber ich habe mich bei meinem ersten Rasierabenteuer kein einziges Mal geschnitten. Nicht mal ein Schnittchen. Das schaffte ich nicht mal mit den Einwegrasierern speziell für Damen! Zurück blieb eine wahnsinnig glatte frisch rasierte Haut, die ich mir abschließend noch mit antiseptisch wirkendem Kokosöl eincremte. Mittlerweile habe ich mich schon ein paar Mal rasiert und mich tatsächlich noch nie geschnitten. Wieso bin ich bloß nicht schon viel früher umgestiegen?

Die Moral von der Geschicht‘

Es tut mir leid euch hier mit einer ziemlich schnöden Horror Story gelangweilt zu haben, aber wie gesagt, Halloween ist nicht so mein Ding. Dafür bin ich jetzt großer Fan vom guten, alten Rasierhobel und hoffe auch einige von euch dafür begeistert zu haben. Abgesehen von all dem Plastikmüll den man damit vermeidet, ist die Kostenersparnis unfassbar! Wenn man bedenkt, dass die meisten Einwegrasiersets bei etwa EUR 12 starten und sich auch die Ersatzklingen mindestens in dieser Preishöhe starten. Einweg ist unglaublich teuer und produziert Unmengen an Plastik! Findet ihr nicht auch, dass das die eigentliche Gruselgeschichte ist?

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Translation:

Happy Halloween! Although this seemed like my personal horror story in the beginning, it came with a happy end. I cannot believe how much plastic and money we are throwing out of the windy simply by using single use razors. I switched to this beautiful oldschool butterfly razor and could not be happier about the results, money savings and zero waste!

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