Animals, Personal

Meine Tiergnadenhof-Bucket-List

Wenn ich auf Reisen gehe, dann suche ich nicht nur wie wild nach den veganen „Must-eats“ meines Urlaubsortes, sondern recherchiere auch nach Tiergnadenhöfen entlang meiner Reiseroute, die man besichtigen und unterstützen kann. Allerdings ist bei der Auswahl eines Tiergnadenhofs Vorsicht geboten und gute Recherche erforderlich. In manchen Ländern werden mittlerweile unter dem Deckmantel „Animal Sanctuary“ Tiere teilweise unter furchtbaren Umständen gehalten und erneut ausgebeutet, nur um Touristen anzulocken, die genau das eigentlich nicht unterstützen möchten. Menschen die einen seriösen Tiergnadenhof betreiben leisten Unglaubliches. Emotional und finanziell gehen sie an ihre Grenzen, um Tiere aus furchtbaren Umständen herauszuholen, aufzupäppeln und ihnen eine zweite Chance im Leben zu ermöglichen.

Ich freue mich riesig, wenn sich jemand entscheidet auf Reisen nicht in den lokalen Zoo zu gehen oder kein Aquarium bzw. keine Orca-Show anzusehen, dafür lieber einen Tiergnadenhof zu besuchen und dabei unvergessliche Geschichten und Momente zu erleben. Gerade für Kinder sind Gnadenhofbesuche etwas ganz besonderes. Oftmals sind diese nämlich extra auf Kinder ausgerichtet, um ihnen kindergerecht viel über die dort lebenden Tiere mitzugeben, einzigartige Kontaktmöglichkeiten zu bieten und ihnen dabei einen respektvollen Umgang zu lernen.

Meine Tiergnadenhof-Bucket-List

Wenn ihr gerne einen dieser wundervollen Orte besuchen möchtet, dann bedient euch gerne meiner persönlichen Tiergnadenhof Bucket List! Einige davon habe ich bereits besucht und ich bin jedes Mal erneut zutiefst berührt. Einen Besuch der folgenden Gnadenhöfe möchte ich euch daher besonders ans Herz legen:

Vier Pfoten Bärenwald Arbesbach (Österreich)

Mitten im Wald am Rande des kleinen Dörfchens Arbesbach (Waldviertel, Niederösterreich) liegt der Vier Pfoten Bärenwald. Auf etwa 14 000 m² wurde dort eine Zufluchtsstätte für ehemals in Gefangenschaft gehaltene und gequälte Bären erschaffen. Die Braunbären, ehemalige Tanz- und Zirkusbären oder Haustiere, wurden aus den unglücklichsten Lebensumständen gerettet und durften in Arbesbach endlich wieder in den Wald zurückkehren. Man kann sie bei der Futtersuche und beim faulenzen beobachten oder manchmal auch gar nicht sehen, wenn sie sich verstecken oder im Winter in einer Höhle ihren wohlverdienten Winterschlaf halten.

Hier könnt ihr alles über meinen Besuch im Vier Pfoten Bärenwald Arbesbach nachlesen.

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Gut Aiderbichl (Österreich)

Das Gut Aiderbichl in Salzburg habe ich mittlerweile zwei Mal besucht. Einmal kurz, beim zweiten Mal haben wir gleich eine ganze Woche dort geurlaubt. Das erste Gut Aiderbichl wurde im Jahr 2000 von Gründer Michael Aufhauser aus einem alten Bauernhof gebaut. Mittlerweile gibt es 25 Gnadenhöfe (der 26. befindet sich gerade im Umbau) mit ca. 6000 Tieren. Nur 3 dieser Gnadenhöfe sind öffentlich zugängig, denn viele der teils schwer traumatisierten Tiere benötigen viel Ruhe und ein zweites Leben abseits von Mensch und Trubel. Viele der Tiere dürfen hier frei herumlaufen und wo hat man schon mal die Möglichkeit in direkten Kontakt mit Esel, Kuh oder Hängebauchschwein zu treten und zwar auf freiwilliger Basis für beide Seiten. Wenn der Magen knurrt kann man sich vor Ort am vegan-vegetarischen Speiseangebot stärken.

Hier könnt ihr alles über meinen Besuch auf Gut Aiderbichl nachlesen.

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Affen Refugium (Österreich)

In Europa gibt es nur zwei Orte für traumatisierte Schimpansen. Eines davon ist das von Gut Aiderbichl gegründete Affen Refugium in Gänserndorf bei Wien. Hier sind ehemalige Labor-Schimpansen – infiziert mit HIV, Hepatitis und anderen Viren bzw. Krankheiten – untergebracht. Vielleicht habt ihr das Video der Schimpansen in Erinnerung, die dort nach Jahrzehnten im Käfig zum ersten Mal frische Luft, Sonnenstrahlen und Gras sehen und fühlen durften, denn es ging um die Welt (Achtung, Taschentücher nicht vergessen!). Nur zu ausgewählten Terminen dürfen die Förderer dieses Affen Refugiums die Einrichtung besuchen. Heuer wird es für mich hoffentlich endlich so weit sein.

Rinderwahnsinn (Österreich)

Wenn ein Bio-Bauer sich entschließt seine gezüchteten Hochlandrinder nicht mehr länger schlachten zu lassen, sondern vielmehr der Fleischindustrie den Rücken zu kehren, kann man wohl nicht von Wahnsinn sprechen. Vielmehr von Mut, Empathie und der Bereitschaft seinem Herzen zu folgen, egal wie die Konsequenzen aussehen können. Die 60 Rinder und den Hof heuer an einem „Tag des offenen Weidezauns“ und zum veganen Brunch zu besuchen, steht ganz groß auf meinem Kalender!

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Foto: © Rinderwahnsinn

Hof Butenland (Deutschland)

Das „Kuhaltersheim“ Hof Butenland in Norddeutschland ist eine Zufluchtsstätte für Rinder, die es geschafft haben ihrem Schicksal als Milchkuh, Mastkalb oder Versuchskuh zu entkommen. Tiere sind keine Maschinen und das müssen sie auf Hof Butenland auch endlich nicht mehr sein. Sie dürfen ihren Lebensabend dort verbringen, in Freiheit, grasend und umhegt von einer lieben, fürsorglichen Menschenhand. Ich bin speziell Fan vom blinden Schwein Rudi, der mir schon so manch tränenüberströmten Lachkrampf beschert hat. Ein Besuch auf Hof Butenland ist für Paten zu bestimmten Terminen und Voranmeldung möglich.

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Foto: © Hof Butenland

The Gentle Barn (USA)

Im Zuge unserer Hochzeitsreise nach Kalifornien letzten Sommer wurde ein langjähriger Traum von mir endlich Wirklichkeit. Der Besuch von The Gentle Barn war für mich nicht nur ein lang ersehntes, sondern ein sehr berührendes Erlebnis. Endlich konnte ich mein Lieblingsschwein Biscuit treffen. Auf diesem Gnadenhof auf dem hauptsächlich ehemalige Nutztiere leben, aber auch viele andere Tiere die einfach so vor dem Tor abgesetzt wurden, steht die Zeit still. Man verbringt dort Stunden, um diese wunerbare Energie aufzusaugen, mit den Tieren in Kontakt zu treten und dann schweren Herzens, aber sehr beschwingt wieder zu gehen. Regelmäßig werden dorthin auch Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen bzw. Jugendgefängnissen eingeladen und viele öffnen sich den Tieren gegenüber zum ersten Mal. The Gentle Barn gibt es mittlerweile auch in Tennessee und wie uns dort ein Vögelchen gezwitschert hat bald auch in Oregon.

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Farm Sanctuary (USA)

Farm Sanctuary hat ebenfalls mehrere Gnadenhöfe in Kalifornien und New York. Auch hier werden, wie es der Name verrät, hauptsächlich Nutztiere aus miserablen Umständen gerettet. Unsere Zeit hat damals leider nicht gereicht neben The Gentle Barn auch Farm Sanctuary zu besuchen, obwohl die beiden nur 15 Minuten von einander entfernt liegen. Allerdings ist mittlerweile ein weiterer Standort in Planung, den ich in Zukunft nur allzu gerne besuchen möchte. Jon Stewart hat bekanntlich seine Daily Show Karriere an den Nagel gehängt und wird gemeinsam mit seiner Frau Tracey ein Farm Sanctuary in New Jersey öffnen. Bis es offiziell so weit ist, kann man dem Treiben schon einmal auf The Daily Squeal folgen oder sich die Geschichte von Frank mit Happy End ansehen:

 

Happily Ever Esther Farm Sanctuary (Kanada)

Ihr habt bestimmt schon von Esther The Wonder Pig, der wohl berühmtesten Schweinedame der Welt gehört! Esthers Daddies haben es mittels Crowdfunding Kampagne geschafft einen Bauernhof in der Nähe von Toronto zu kaufen, in dem nicht nur die mittlerweile riesige Esther Platz hat, sondern auch viele andere Tierchens und Besucher. Happily Ever Esther Farm Sanctuary ist an bestimmten Tagen für Besucher geöffnet.

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Foto: © Happily Ever Esther Farm Sanctuary

Lions Rock Big Cat Sanctuary (Südafrika)

Wen es einmal nach Südafrika verschlägt, der sollten unbedingt einen Besuch von Lions Rock Big Cat Sanctuary einplanen. Von den Vier Pfoten gegründet und betrieben, fanden hier ursprünglich alle Großkatzen aus dem in Konkurs geratenen Safaripark Gänserndorf ein neues Zuhause. Das Schöne daran ist, dass auch eine der ehemaligen Pflegerinnen mitübersiedelt ist und ihre geliebten Löwen längst nicht mehr als Attraktion, sondern in einer artgerechten Umgebung betreut. Mittlerweile haben bei Lions Rock ca. 90 Großkatzen, ehemalige Zirkus- und Zootiere, ihren Frieden gefunden und dürfen sich bis an ihr Lebensende die südafrikanischen Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Wer Lions Rock besuchen möchte, kann sich in der dazugehörigen Lodge einbuchen und gleich ein paar Tage länger bleiben.

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Foto: © Vier Pfoten/Lions Rock

Elephant Nature Park (Thailand)

Leider ist Elefantenreiten in Thailand und anderen asiatischen Ländern bei Touristen nach wie vor sehr beliebt. Immer mehr Reiseveranstalter entscheiden sich jedoch mittlerweile bewusst dagegen diese Tierquälerei anzubieten. Bis ein Elefant von Touristen geritten werden kann oder sonstige Tricks vorführt, hat er bereits ein unfassbares Martyrium hinter sich. Beim sogenannten „Phajaan“ (← nur Text, keine schlimmen Bilder) oder „Elephant Crushing“ wird der Wille des (Baby-)Elefanten mit unglaublich brutalen Mitteln und Methoden gebrochen, sodass sich das Tier irgendwann völlig verzweifelt selbst aufgibt und die Befehle des Menschen ausführt. Das Trauma dieser hochsensiblen Tiere die u.a. für ihr jahrzehntelanges Erinnerungsvermögen bekannt sind, kann man sich nicht im Entferntesten vorstellen. Der Elephant Nature Park in Chang Mai ist eine Zufluchts- und Rehabilitationsstätte für zahlreiche solch traumatisierter Elefanten. Dort dürfen sie wieder in Familien und Herden leben, ihre Wunden heilen, im Fluss baden und so sein wie sie es möchten. Der Mensch hat dort Nachrang. Der Elephant Nature Park hat neben Besuchsmöglichkeiten auch ein Volunteer Programm, bei dem man für eine oder mehrere Wochen dort lebt und mithilft den Park bzw. die Tiere zu pflegen. Das wäre definitiv ein Sommerurlaub ganz nach meinem Geschmack!

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Foto: © Elephant Nature Park

Translation:

Planning your summer vacation already? Swap the visit to a zoo or aquarium for these amazing animal sanctuaries from my bucket list. Be cool not cruel!

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