Animals

I guess it’s goodbye then…

Einige von euch haben es sicher mitbekommen. Auf meiner Facebook-Seite habe ich auch bereits kurz darüber berichtet: die Estée Lauder Companies, Avon und Mary Kay wurden nach fast über 20 Jahren Verzicht auf Tierversuche rückfällig  und gaben – ohne ihre Konsumenten darüber zu informieren – Tierversuche in Auftrag. So wurden, um der chinesischen Gesetzgebung zu entsprechen und die Produkte in China auf den Markt bringen zu können, Tierversuche in Auftrag gegeben. Geld besiegt Ethik. Wieder einmal. Ich habe meine Meinung dazu lange zurückgehalten, da ich erstens noch auf ein Wunder gehofft habe und zweitens mehr zu den Vorwürfen wissen wollte. Fakt ist, dass PETA diesen Skandal aufdeckte und die Unternehmen umgehend von ihren cruelty-free Listen entfernt hat.  (http://www.peta.org/b/thepetafiles/archive/2012/02/16/3-companies-booted-off-cruelty-free-list.aspx)


© ENPA

Viele jahrelang treue Konsumenten (darunter auch ich) reagierten empört und sehr enttäuscht. Einige dieser Konsumenten (darunter auch ich) haben nämlich genau dorthin ihr Geld getragen. Zu Marken denen sie vertrauen. Zu Marken und Unternehmen, die auch als Teil einer geldgesteuerten Welt noch ethisch korrekte Grundsätze verfolgen. Estée Lauder, Avon und Mary Kay haben sich als internationale extrem erfolgreiche Kosmetikunternehmen bereits in den 90er Jahren klar gegen Tierversuche ausgesprochen, in Alternativtests investiert und bewiesen, dass diese weder notwendig noch zielführend sind. Für mich ist es nicht klar, wie man diese Vorreiterrolle so leichtsinnig aufgibt und das Vertrauen vieler treuer Kunden bricht. Einigen kosmetikinteressierten Menschen möge das vielleicht egal sein, sehr vielen aber nicht. Medial wurde das Thema nicht besonders beachtet, ebenfalls ein Skandal in sich, der für mich nämlich abgesehen von der Tierversuchsproblematik mehr etwas mit bewusster Kundentäuschung zu tun hat. Geht man nach den hitzigen Diskussionen auf den Facebook-Fanseiten dieser Unternehmen, beschlossen viele dieser nun „ent“täuschten Kunden den drei Unternehmen die kalte Schulter zu zeigen und ihr Geld zu anderen Marken zu tragen. So auch ich…

Update 07/08/12: Weitere Unternehmen haben sich für einen Markteintritt nach China entschieden:

  • L’Occitane de Provence
  • Yves Rocher

Hier findet ihr die offiziellen Statements der Unternehmen zum Thema Tierversuche. Die von mir fett hervorgehobenen Textteile unterstreichen die nun verfolgte Tierversuchspolitik.

ESTÈE LAUDER COMPANIES
(die Marken: American Beauty, Aramis, Aveda*, Bobbi Brown, Bumble and bumble, Clinique, Coach, Darphin, Donna Karan, Ermenegildo Zegna , Estée Lauder, Flirt!, GoodSkin Labs, Grassroots Research Labs, Jo Malone, Kiton, La Mer, Lab Series Skincare For Men, M•A•C, Michael Kors, Missoni, Ojon, Origins, Prescriptives, Sean John*, Smashbox, Tom Ford, Tommy Hilfiger)

Statement zum Thema Tierversuche laut Homepage:

„Estée Lauder setzt sich für die Abschaffung von Tierversuchen ein. Gleichermaßen setzen wir uns für die Gesundheit und Sicherheit von Verbrauchern ein und bringen nur Produkte auf den Markt, die den geltenden Bestimmungen der Länder, in denen unsere Produkte verkauft werden, entsprechen.
Wir führen weder Tierversuche für unsere Produkte oder deren Inhaltsstoffe durch, noch engagieren wir Dritte, um diese Versuche in unserem Namen durchzuführen, es sei denn, dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Unsere Produkte werden ausschließlich im Rahmen von klinischen Studien an Freiwilligen getestet.
Estée Lauder unterstützt die Entwicklung und weltweite Einführung von Alternativen zu Tierversuchen. Das Unternehmen arbeitet für dieses Ziel intensiv mit der gesamten Branche und internationalen Wissenschaftlern zusammen, um diese alternativen Methoden zu erforschen und zu finanzieren.“

*) Einzig zurück geblieben auf der cruelty-free Liste von PETA: Aveda und Sean John. Hier die Rückmeldung auf meine Anfrage an PETA:

„Thank you for writing to PETA and for your interest in cruelty-free companies. At this time, the only two subsidiaries of Estee Lauder to confirm with us that they will remain committed to their no-animal testing policies are Sean John and Aveda. We are happy to encourage people to still support these companies as they remain cruelty-free, and we hope that Estee Lauder and its other subsidiaries, will follow suit.“

AVON
Statement zum Thema Tierversuche laut Homepage:

Außer wenn die gesetzlichen Bestimmungen es zwingend vorschreiben, nutzt Avon keine Tierversuche, nicht bei den Produkten und nicht bei den Rohstoffen. Avon verlangt auch von den Lieferanten keine Tierversuche durchzuführen, weder bei den Produkten noch bei den Rohstoffen. Wenn Versuche mit Tieren durch eine Anordnung der Regierung oder der Gesundheitsbehörden eines Landes gesetzlich vorgeschrieben sind, wird Avon zunächst versuchen die Behörden von einem Test ohne Tierversuche zu überzeugen.“

Zudem habe ich eine Reaktion auf die scheinbar zahlreichen Vorwürfe in den FAQ gefunden:

1. Ich dachte, AVON führt keine Tierversuche durch. Warum hat PETA AVON auf die Liste der Unternehmen gesetzt, die Tierversuche machen?
AVONs Bekenntnis, keine Tierversuche durchzuführen, besteht seit 20 Jahren in gleicher Form. Nichts hat sich geändert, und wir sind weiterhin mit PETA zu diesem Thema in Kontakt. Wir haben immer sehr deutlich gemacht, dass AVON keine Tierversuche betreibt  „außer dort, wo es das Gesetz verlangt.“ AVON ist in über 100 Ländern vertreten und eine kleine Handvoll Länder hat Gesetze, die Tierversuche erfordern. Diese Gesetze betreffen alle Firmen, nicht nur AVON. Natürlich kann AVON das Gesetz nicht brechen. Jedenfalls betreibt AVON, einen hohen Aufwand, die Verantwortlichen zu überzeugen, auch Ergebnisse ohne Tierversuche zu akzeptieren, bevor es sich dem Gesetz unterwirft.

MARY KAY

Statement zum Thema Tierversuche laut Homepage:

„Mary Kay does not conduct animal testing on its products or ingredients, nor ask others to do so on its behalf, except when absolutely required by law. There is only one country where the company operates – among more than 35 around the world – where that is the case and where the company is required by law to submit products for testing – China.“

L’OCCITANE DE PROVENCE

Statement zum Thema Tierversuche laut Homepage:

„Whilst L’OCCITANE of course respects the right of different countries around the world to set their own laws and regulations, we still actively participate in taking steps to influence the debate on abolishing tests on animals throughout the world. L’OCCITANE considers that it is counterproductive to deprive the most populated country of the world from products that have not been subject to animal tests when they were developed and produced – otherwise Chinese consumers will only have access to products that have been tested and so the companies that do endorse animal testing will only grow and prosper further – the opposite outcome to that which is desired by those in this debate.

Still, L’OCCITANE want to actively participate in abolishing the tests on animals throughout the world. It’s why L’OCCITANE is now in connection with BUAV to establish a China Taskforce to press the Chinese to allow alternatives. L’OCCITANE would like to highlight that yet at the beginning of 2011, the company took part in a colloquium in Beijing – together with BUAV and the Chinese authorities – which aimed to implement alternative tests, recognized by these same authorities. These tests are likely to replace all the tests that are already in place in China.“

YVES ROCHER

Statement zum Thema Tierversuche auf meine Anfrage:

„Guten Tag, Frau _,

gerne beantworten wir Ihre Fragen. Wir führen keine Tierversuche durch, weder bei unseren Endprodukten noch bei den Inhaltsstoffen, und geben diese auch nicht in Auftrag.

Wir unterstützen finanziell alternative Methoden, die Tierversuche ersetzen können, um sie zu fördern und zu generalisieren. Yves Rocher untersucht zum Beispiel neue Auswertungsmodelle, um natürliche Inhalts-stoffe in vitro auf ihre allergieauslösende Wirkung zu testen.

Unsere Vorschriften über die Inhaltsstoffe unserer Produkte sind sehr streng. Bis auf Bienenwachs und Honig verzichten wir auf tierische Inhaltsstoffe in unseren Produkten. Wir verbieten zum Beispiel den Einsatz des Pigments Karmin. Die Schildlaus produziert Karminsäure, um sich vor Fressfeinden zu schützen. Aus dieser Säure wird der Farbstoff Karminrot gewonnen, der häufig in der kosmetischen Industrie für Lidschatten eingesetzt wird.

Yves Rocher verkauft bestimmte Produkte auch in China. Wir versichern Ihnen, dass wir für diese Produkte keine Tierversuche durchführen oder diese in Auftrag geben.

Andererseits können die chinesischen Behörden ihrerseits beschließen, Kosmetika zu testen, bevor sie in China verkauft werden. Dieses Tests werden in speziell dafür ausgelegten Analysezentren durchgeführt. Diese Zentren führen keine alternativen Tests durch, was wir sehr bedauern. Denn wir kämpfen seit Jahren gegen das Leiden der Tiere.

Vor diesem Problem verschließen wir jedoch nicht die Augen, sondern wir haben uns dafür entschieden, uns mit den chinesischen Behörden auszutauschen. Unser Ziel ist es, sie für das Leid der Tiere zu sensibilisieren und von der Zuverlässigkeit alternativer Testmethoden zu überzeugen. Wir sind der Meinung, dass ein Dialog eine gute Gelegenheit bietet, um die Mentalitäten einander anzunähern. Doch dafür müssen wir uns täglich einsetzen, – ein Prozess, der in einem von Traditionen geprägten Land wie China seine Zeit braucht.

Seit über 50 Jahren engagiert sich Yves Rocher als Pionier der Pflanzen-Kosmetik, für die Natur und nach-haltige Entwicklung. Schon 1989 hat die Marke in der Kosmetikindustrie die bahnbrechende Entscheidung getroffen, keine Tierversuche an Endprodukten mehr durchzuführen und diese durch alternative Methoden zu ersetzen. Viele Unternehmen aus der Wirtschaft sind unserem Beispiel gefolgt. 1992 hat uns die S. P. A. (Société Protectrice des Animaux), die französische Gesellschaft für Tierschutz, für unser Engagement für Tiere die Goldmedaille verliehen.

Durch unser Engagement für Tiere arbeiten wir zusammen mit One Voice, einer französische Organisation die sich gegen Tierversuche und für den Schutz der Umwelt einsetzt. Mit dem One Voice Label werden biologisch zertifizierte Produkte ausgezeichnet, die nicht an Tieren getestet werden. Unsere biologisch zertifizierten Produkte haben diese Label ebenfalls erhalten.“

Bleibt zu hoffen, dass wenn China weiter pfeifft, diesem furchtbaren Beispiel nicht noch mehr Unternehmen folgen. Wenn doch, hoffe ich dass der Satz „Geld regiert die Welt“ in die einzig richtige Richtung geht. Weg von Unternehmen die in Tierversuche investieren und hin zu Unternehmen die mit ihren Kunden offen und ehrlich umgehen, sie dadurch nicht ihrer  Kaufentscheidung berauben und vor allem in zeitgemäße, leidfreie Testmethoden investieren! It’s not the 90s anymore…

Was bedeutet das für OUAC? | Ab sofort werdet ihr auf Once Upon A Cream keine Produktvorstellungen mehr von diesen Unternehmen finden, denn auch ich habe klarerweise beschlossen mein Geld in die vielen anderen wunderbaren tierversuchsfreien und veganen Kosmetikprodukte zu investieren und euch hier vorzustellen.

Hier findet ihr noch eine kleine Auswahl an Berichten zu diesem Thema:
http://www.peta.org/b/thepetafiles/archive/2012/02/16/3-companies-booted-off-cruelty-free-list.aspx
http://www.forbes.com/sites/eco-nomics/2012/02/20/avon-estee-lauder-mary-kay-under-fire-for-animal-testing/
http://www.independent.co.uk/news/media/advertising/cosmetics-giants-misled-public-says-100m-lawsuit-7555047.html
http://www.pseudoerbse.de/blancetnoir/?p=4519

Fotos: Labels

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Some of you probably heard about the really sad change in animal testing policy of Estée Lauder Companies, Avon and Mary Kay. After two decades of being cruelty-free (and promoting this policy towards customers) those three companies decided to fall back and invest in animal testing due to Chinese government regulations in order to launch products in China. I hope you understand that there will no longer be any reviews on either of those brands regardless if vegan or not. (http://www.peta.org/b/thepetafiles/archive/2012/02/16/3-companies-booted-off-cruelty-free-list.aspx)

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