Da ist doch was im Busch! | Pt. 1

2 Oct

Gegen Ende des Sommers verkündigte mir meine liebe Freundin Kathie, dass sie für ein Freiwilligenprojekt in den südafrikanischen Busch fährt. Mich fraß neben dem Neid auch meine Neugierde fast auf, denn vor ca. 10 Jahren habe ich Südafrika für ein paar Tage besucht und war überwältigt von der Natur und den Begegnungen mit Mensch & Tier. Jetzt ist Kathie wieder zurück und ich freue mich sehr, über ihren wunderbaren Gastbeitrag für Once Upon A Cream…

„Never ever run!“ Mit diesen eindringlichen Worten begrüßt uns der Parkranger und Wildhüter des Naturschutzreservats STRUWIG ECO RESERVE. So beginnt mein dreiwöchiger Volunteering Aufenthalt tief im südafrikanischen Busch, im Großraum des Krüger Nationalparks, nahe der Grenze zu Mosambik.

Wie es dazu kam? | In der Hitze des österreichischen Sommers hatte ich mich – relativ spontan – auf das Abenteuer eines Freiwilligenprojekts zur Erhaltung des Natur- und Tierschutzes im winterlichen Südafrika eingelassen. Im Rahmen eines dreiwöchigen Aufenthalts in der südafrikanischen Provinz Limpopo würde ich mich für den Schutz und Erhalt der „Big 5“, jener fünf Großtiere, die jedes Jahr von Millionen Safaritouristen aus aller Welt bestaunt werden, engagieren. Neben der tatkräftigen Unterstützung bei der Erledigung täglich anfallender Aufgaben im Naturschutzreservat, würde ich anhand praktischer und theoretischer Lektionen durch ausgebildete Ranger auch die einmalige Chance haben, so viel wie möglich über die in freier Wildbahn lebenden Tiere zu erfahren.

Lange Zeit waren Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard das Hauptziel vieler Großwildjäger und standen durch massive illegale Jagd kurzzeitig sogar vor ihrer endgültigen Ausrottung. Damit sich die Populationen langsam wieder erholen können, werden sie heute unter besonderer Aufsicht geschützt. Wildhüter und Safari Guides identifizieren die „Big 5“ nach wie vor als die gefährlichsten Wildtiere und behandeln sie dementsprechend auch mit entsprechender Vorsicht und Respekt.

Die Aussicht auf die hautnahe Begegnung mit den „Big 5“, sowie die Entdeckung der unglaublich vielfältigen Landschaften und Kulturen in Südafrika erfüllt mich voller Vorfreude. Erst am Oliver-Tambo-Flughafen in Johannesburg, wo ich bei eisigen Temperaturen und übermüdet auf meinen Anschlussflug nach Hoedspruit warte, drängen sich erste Bedenken auf. Hatte ich die südafrikanischen Wintertemperaturen unterschätzt und war mein Schlafsack viel zu dünn? Wie nahe würden Löwe, Leopard & Co dem Camp, in dem wir schliefen, tatsächlich kommen? Auch Berichte über die angesichts gravierender sozialer Probleme und wirtschaftlicher Unterschiede innerhalb der Bevölkerung erschreckend hohe Verbrechensrate in Südafrika waren nicht gerade beruhigend.

“This will be the only shopping oppurtunity for the whole next week!” | Meine Befürchtungen werden jedoch zerstreut, als ich, gemeinsam mit ein paar anderen Freiwilligen am Flughafen Hoedspruit von einer hübschen jungen Rangerin empfangen werde, die uns in den nächsten Wochen betreuen wird. Nach einem kurzen Stopp beim Supermarkt – „this will be the only shopping oppurtunity for the whole next week!“ – folgt eine abenteuerliche Fahrt im offenen Geländewagen auf unebenen Wegen durch Pfützen und Dickicht in Richtung Camp.

Trotz Winterzeit strahlt die Sonne beinahe schon unwirklich hell und die reichhaltigen Farbnuancen der Umgebung rücken die Hügelketten, Felsinseln und die dichten Büsche, an denen wir vorbeifahren, in ein unglaubliches Licht. Und plötzlich entdecke ich sie, versteckt zwischen zwei kahlen Sträuchern blickt sie mich mit großen, warmen schwarzen Augen mit langen Wimpern neugierig an: die erste Giraffe, die ich in Südafrika sehe. Ein berührender Anblick, der mich alle Müdigkeit und Reisestrapazen vergessen lässt.

Mehr als zwei Autostunden nordöstlich von Hoedspruit liegt das Naturschutz- und Wildtierreservat STRUWIG ECO RESERVE, direkt am Olifant’s River, in dem sich Krokodile und Nilpferde nur so tummeln. Lediglich durch einen Elektrodrahtzaun ist das Camp vom Busch abgegrenzt. Auf einer Fläche von mehr als zwei Millionen Hektar teilen sich hier Impala-Herden, Gnus, Zebras, Giraffen, Elefanten, Löwen und viele andere Wildtiere einen Lebensraum.

Als wir im Camp ankommen, dämmert es bereits, und es hat beachtlich abgekühlt. Im Winter, zwischen Juni und August, geht die Sonne in Limpopo bereits um 18 Uhr unter, und nächtliche Temperaturen um die Null Grad sind nichts Außergewöhnliches. In den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg kann es zu dieser Jahreszeit sogar schneien.

Die Zimmer, die wir im Volontärshaus beziehen – je ein Raum für die Mädels und die Jungs mit ca. sechs Betten – sind aber glücklicherweise angenehm warm und wirken sogar recht gemütlich. Im Haus befindet sich neben einer Küche und zwei Bädern noch ein großes Esszimmer mit reichlich fachspezifischer Tier- und Pflanzenlektüre. Zeit für eine Erholungspause bleibt jedoch nicht. Nachdem wir alle schnell unsere Moskitonetze über unseren Schlafsäcken befestigt haben, eilen wir zu unserem ersten Treffen mit dem Manager des Naturschutz- und Wildtierreservats. Mit viel Witz, ohne jedoch zu verabsäumen, uns über mögliche Gefahren während der Arbeit im Busch aufzuklären, erklärt dieser uns den Ablauf der kommenden Wochen.

Wie es Kathie in Südafrika weiter ergangen ist und welche Tierbegegnungen ihr noch den Atem raubten, könnt ihr morgen weiterlesen und bestaunen…

Fotos: © Kathrin B.


My dear friend Kathie went to South Africa straight into the bush. She spent three weeks volunteering at the Struwig Eco Reserve and enjoyed a never-to-be-forgotten experience. Please click Translate to read pt. 1 of her amazing story in English!

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